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Die Römer haben den Euro erfunden
Nun wissen wir's: "Die Römer haben den Euro erfunden", sagt Landesarchäologe Dr. Gerd Rupprecht, "...den antiken Euro". Durch die Einführung der Geldwirtschaft im römischen Reich entstand tatsächlich ein Vorbote der heutigen Europäischen Währungsunion. Mit denselben Münzen konnte man in einem riesigen Gebiet alles kaufen: in Italien, Österreich, Deutschland, Portugal, England, Spanien, Jugoslawien, Rumänien, Nord-Afrika, den Benelux-Staaten, in der Schweiz und noch weiteren Ländern galt eine einheitliche Währung.
"Damit waren die Römer schon weiter als wir heute", konstatiert Dr. Rupprecht. Zudem: Der Übergang von der Tausch- zur Geldwirtschaft war ein wahrer Quantensprung: kein anstrengender Transport mehr von Tauschgütern, kein Wiegen und Feilschen. Mit dem Sold des in Mainz stationierten Militärs konnten auch deren einige tausend Kilometer entfernt lebende Familien einkaufen, für viele Waren galten im gesamten römischen Reich dieselben Preise. So kostete beispielsweise ein Brot acht Asse, also etwa einen halben Denar. Für einen Topf verlangten die Händler ein As, für einen Krug Wein zwei Asse. Schon damals galt: In einer weinarmen Region wurden die Transport- und andere Kosten für den Rebensaft auf den Preis aufgeschlagen.
Wortstamm hat sich bis heute gehalten
Im griechischen Osten - in Kleinasien und der Türkei - gab es längst Münzen, als im Römer-Reich während der Regentschaft des Kaisers Augustus (27.v.Chr. - 14.n.Ch.) die Geldwirtschaft eingeführt wurde. Diese nun einheitliche Währung hatte bis Anfang des 5. Jahrhunderts Bestand, auch in der neu gebildeten Provinz Obergermanien, deren Verwaltungssitz und ziviles Zentrum Mainz war.
Der lateinische Wortstamm einiger Währungen unterstreicht den gewaltigen historischen Bogen bis in die Gegenwart. Wie etwa beim Dinar (für die Zahl zehn) in Jugoslawien und im Iran. Der "Centionalis" (hundert), eine bronzene römische Münze aus dem 4. Jahrhundert, die einen auf der Erdkugel stehenden Pfau abbildet und auf der Rückseite den römischen Kaiser, hat weitreichende Nachfahren: der Cent in den USA oder den Niederlanden, der Centavo in Brasilien und Argentinien, der französische Centime und - ganz aktuell - der Euro-Cent. (Quelle: Mainzer Volksbank EG)
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